31.12.2021 Ein Schlechtwettertag im Zion

Als wir aufwachen, wird es so langsam hell. Ich gucke aus dem Fenster, aber das Wetter lädt eher nicht zum Wandern ein.

Wir holen uns das Frühstück an der Rezeption, wo uns wieder auffällt dass das Maske tragen hier eher als optional angesehen wird. Ich finde das unangenehm, auch wenn es nicht mehr verbindlich vorgeschrieben ist.
Meine Mutter und ich haben uns einige Filme angeshen über die Wave – Wanderung und sie ist nun der Meinung, dass sie definitiv nicht mitkommen möchte, da sie die Wanderung kopfmäßig nicht schaffen würde. Also rufe ich bei Dreamland an um abzusagen. Die Mitarbeiterin reagiert erst mal ganz gelassen und fragt nach den Gründen. Ich erkläre ihr, dass meine Mutter vor der Länge der Strecke überhaupt keine Sorge hat, sondern wegen des unebenen Untergrunds und die nicht gern an steilen Hängen entlang geht. Die Frau erklärt mir, dass es eigentlich nur zweimal etwas steiler bergauf ginge und nie nah am steilen Hang entlang – außerdem seien wir die einzigen Gäste auf der Tour und ja auch noch der Guide dabei. Ich sage dann für uns beide zu und meine Mutter beginnt nun auch, sich zu freuen und die Bilder etwas genauer anzusehen.
So voller Vorfreude sieht das Wetter gleich viel besser aus in unseren Augen und wir machen uns auf in den Park.

Das Wetter ist bescheiden, bedeckt und regnerisch. Da wir in der Kälte nicht stehen beiben wollen, gehen wir zu Fuß zum Parkeingang Hier in Springdale ist alles noch sehr weihnachtlich geschmückt und wir bewundern die Dekorationen.

Wir gehen über die Brücke in den Park und zeigen nur unseren Jahrespass vor. Zuerst würden wir gern den Watchman Trail laufen, doch der ist total matschig, so dass wir nicht weiterkommen und mehr rutschen als gehen.

Wir geben recht zügig auf, und entschließen uns, erst mal mit dem Shuttle in den Park zu fahren.

Wir steigen am Court of the Patriarchs aus, denn meine Mutter war hier noch nie. Wir finden, dass die Patriarchen auch im Nebel beeindruckend aussehen. Große Lust, eben zur Brücke zu gehen haben wir alle beide nicht und steigen so wieder in den nächsten Bus.

Wir steigen am Tempel of Sinawawa aus und gehen den Rivertrail entlang. Es nieselt ununterbrochen, die Kamera habe ich unter der Jacke. Ich wusele sie nur einmal raus, um ein Foto zu machen.

Der Weg ist glatt und rutschig, da der Schnee immer wieder festgetrampelt wurde und dann neu gefroren ist. Wir rutschen als so langsam vor uns hin, bis der Weg endgültig gesperrt ist.

Wir gehen zurück zur Bushaltestelle und da wir so langsam Hunger haben, fahren wir zurück nach Springdale. Beim Umsteigen in den Stadtshuttle fällt mir auf, dass ich von meiner Kamerad die Augenmuschel verloren habe – na toll. Ich kann zwar trotzdem fotografieren, aber verstelle mir von nun an immer die Dioptrienanzahl und wundere mich, warum alles so unscharf ist beim Blick durch den Sucher.

Bei Blondies gibt es erst mal ein Bier und dazu Burger mit Pommes. Das Ganze ist lecker wie immer, allerdings ist der Laden von innen ganz anders. Früher hing hier Deko ohne Ende an den Wänden, man konnte Quilts bewundern (und kaufen) und wir hatten viel Spaß beim Lesen der witzigen Sprüche an den Wänden. Dies ist nun alles verschwunden. Ich frage die Kellnerin danach, und sie sagt, dass das Blondies eine neue Besitzerin hat, die mit dem ganzen „Kitsch“ nichts anzufangen wisse und deswegen von innen alles renoviert hat. Schade, uns hat das immer sehr gefallen. Wir schlendern weiter durch den Ort und beiben überall mal stehen, um zu gucken.

Wir sehen an dem Hotel hier einen Vogel, aber getreu dem Motto „Wenn die Kamera fertig ist, bin ich es auch und fliege weg“ erkennt man mit Müh und Not noch den Rücken. Es ist aber das beste Vogelfoto dieser Reise, deswegen möchte ich es hier präsentieren

Zurück im Hotel passiert nicht mehr viel, da es immer wieder regnet. Wir haben uns bereits gestern entschieden, den Aufenthalt hier um eine NAcht zu verkürzen, um vor der Wanderung zur Wave schon in Kanab zu sein und nicht erst noch von hier aus hinfahren zu müssen. Undenkbar, wenn wir das verpassen würden! Also spreche ich nun mit Mitarbeiterin Nummer zwei, die auch versucht, mich auf booking zu verweisen. Dort könne ich die letzte Nacht stornieren – aber das geht nicht, da wir bereits vor Ort sind und die Buchung angetreten haben. Trotzdem buchen wir eine Nacht in der Travelodge in Kanab, da wir uns dort morgens mit Dreamland treffen werden. Notfalls zahlen wir die Nacht hat doppelt.
Wir waschen unsere Wäsche in der Wäscherei gegenüber und müssen vor lauter Regen fast über die Strasse schwimmen. Eine Silvesterparty soll es wohl nicht geben, und wir gehen wieder recht früh schlafen. Morgen soll das Wetter besser werden!

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