02.01.2020 One World Observatory, Brooklyn Bridge bei Sonnenschein, Highline Park, the Vessel und ein nächtlicher Spaziergang

Wir haben bereits vor ein paar Tagen Tickets für das One World Observatory gebucht, um den langen Schlangen zu entgehen. Wir möchten gern früh dran sein und sind entsprechend früh unterwegs. Zuerst jedoch gehen wir im applebee’s frühstücken. Mir gefällt es hier auch gut und das Essen schmeckt. Wobei ich auch gerne – anstatt immer nur in die typischen Ketten zu gehen – ein kleines Café oder lokales Restaurant aufsuche. Aber die sind in New York noch teurer als die Ketten, zumindest hier in Midtown.

Nach den Frühstück fahren wir zum Ground Zero und sehen uns in der friedlichen morgendlichen Stimmung noch mal um. Es ist schon faszinierend: wir sind jetzt zum dritten Mal in den paar Tagen hier, und dennoch ist es jedes Mal ganz anders.

Die Architektur des Okulus fasziniert mich jedes Mal aufs Neue.

So langsam nähert sich unsere Einlasszeit und wir gehen zum Einlass.

Schon der Weg zu den Fahrstühlen ist spannend aufgemacht.

Hier sieht man eine Nachbildung des Gesteins unter Manhattan, das besonders fest und stabil ist – sonst würde es die vielen Hochhäuser nicht tragen.

Mit dem Aufzug geht es hoch zur Aussichtsplattform – dabei wird auf die Wände projiziert, wie Manhattan im Laufe der Jahrzehnte immer mehr in die Höhe und Breite wuchs, so dass wir dies immer von oben beobachten können.

Oben angekommen, läuft man nicht einfach so zu den Fenstern – man wird kurz nach dem Aufzug noch mal angehalten und es wird ein Film über New York gezeigt.

Am Ende des Films dann gehen die Vorhänge weg und man hat einen Wahnsinnsblick auf Manhattan – ich habe direkt Gänsehaut und Pipi in den Augen.

Kati ist direkt wieder weg und so schlendere ich ein wenig umher und gucke aus den Fenstern. An einem Fenster bilden sich Schlangen, da sich hier jeder fotografieren lassen möchte. ich stelle mich also auch an und werde von einer netten Dame aus Polen fotografiert, und mache dann für sie ein paar Aufnahmen von ihr und ihrer Familie.

Ich schaue durch jedes Fenster. Es ist toll, wie der Blick sich alle paar Meter ändert.

Es ist absolut sonniges Wetter, wir können schön weit gucken.

Da wir noch immer nicht bei schönem Wetter auf der Brooklyn Bridge waren, verlassen wir – leider – recht schnell wieder das One World und machen uns auf den Weg zur Brücke.

natürlich müssen noch ein paar bilder an den Reflection Pools sein.

Unterwegs sehe ich die Sphere, die vor dem World Trade Center stand und bei dem Zusammenbruch kaum beschädigt wurde.

Es ist mittlerweile recht warm geworden, die dicke Daunenjacke ist mittlerweile geöffnet und ich denke ernsthaft darüber nach, sie auszuziehen.

Wir gehen bis zum ersten Pfeiler, wo wir uns gegenseitig fotografieren und dann umdrehen.

Wir machen eine Pause in einem Starbucks, wo wir auch eine Kleinigkeit essen.

Mit der Subway fahren wir in Richtung der Highline, Kati kennt den Park noch gar nicht.

Wir beginnen an dem Ende im West Village, da unser Ziel die Vessel am anderen Ende ist.

Im Januar ist es hier leerer als 2017 im Herbst, dafür natürlich auch recht kahl. Dies steht aber in einem interessanten Kontrast zu den Kunstinstallationen hier und betont diese noch mal.

Wir schlendern ganz gemütlich in Richtung der Hudson Yards.

Unterwegs können wir schon die neuen Gebäude sehen und auch die – zu diesem Zeitpunkt noch nicht eröffnete – Aussichtsplattform „The Edge“ (wobei ich bei dem Namen immer an U2 denken muss).

Unterwegs haben wir einen schönen Blick auf das Empire State Building. Von dieser Seite ist der Blick nicht ganz so bekannt, aber natürlich ist das Gebäude selbst unverkennbar.

Wohnungen, Büros und Hotels gibt es hier einige – aber die Preise sind selbst für hiesige Verhältnisse astronomisch.

So langsam nähern wir uns dem Ende der Highline.

Zum ersten Mal können wir von hier aus die Vessel sehen – sie sieht winzig klein aus zwischen den ganzen Hochhäusern. Als Frank und ich 2017 hier waren, wurde an der Stelle noch fleißig gebaut.

Eigentlich haben wir für Samstag Nachmittag kostenlose Tickets reserviert, vorher gab es keine mehr. Allerdings kann man für 10$ pro Person auch Tagestickets kaufen, durch die man dann direkten Eintritt hat. Da die Internetverbindung hier grottenlangsam ist, dauert es ewig, bis Kati die Tickets auf dem Handy hat. In der Zeit mache ich ein paar Bilder von außen.

Direkt unten in der Mitte der Vessel ist ein Selfie – Punkt – schick mit blauem Lich. ich probiere also zum ersten Mal überhaupt die Selfie – Funktion mit Selbstauslöser aus und mache das obligatorische Foto an dieser Stelle. Mir reicht einmal, denn ich möchte hier den Platz schnell für die Wartenden frei machen.

Wir haben direkt beim Betreten verabredet, uns in 40 Minuten wieder zu treffen. Also lasse ich mir Zeit und nehme erst mal die Atmosphäre in mich auf und beginne erst dann so langsam damit, Bilder zu machen.

Ich gehe langsam nach oben, die Konstruktion wiederholt sich zwar aber dafür ändert sich der Ausblick von Treppe zu Treppe.

Ich fotografiere sehr viel und nutze alle möglichen Perspektiven. Dabei muss ich an den eigentlich schon legendären Satz eines Freundes denken. Dieser Freund kann Architektufotografie wie kaum jemand sonst. Als wir in der Sagrada Familia in Barcelona waren, hat nach 40 Minuten ein Teil der Gruppe gedrängt so langsam weiter zu gehen – und er sagte nur: „Was schon? Ich habe doch noch gar keine Details fotografiert, nur Weitwinkel!“.
Da ich nicht von der Zeit überrascht werden möchte, wechsele ich also im Denken an ihn die Linse – bin aber mit den Ergebnissen nicht soooo zufrieden. Na, immerhin habe ich es probiert.

Ein Selfie mache ich nun auch noch an anderer Stelle, damit ich nicht gaz so blau aussehe.

Kurz vor der Zeit sehe ich Kati schon ungeduldig unten stehen und zu mir hochgucken. Um sie nicht weiter warten zu lassen, gehe ich zu ihr runter und wir verlassen die Vessel – ich beschließe allerdings direkt für mich, hier noch mal irgendwann zum Sonnenuntergang hin zu kommen.

Kati hat noch eigene Pläne, und so gehe ich noch mal zu b&h. Ein Bekannter hatte geschrieben, dass Lehrer mit entsprechendem Ausweis eine Kamera günstiger (sehr viel günstiger!) kaufen können. Frank schickt mir den Ausweis also digital zu – allerdings ist dieser Vorteilskauf auf US – Bürger beschränkt. Ich bin auch gar nicht so ganz böse, denn diese Ausgabe war nicht eingeplant. Also bewundere ich noch ein bisschen die ganzen Auslagen und die Deckenkonstruktion, ehe ich nach draußen gehe.

Hier ist nun allerschönstes Licht und ich versuche, ein paar Aufnahmen aus der Hand zu machen.

Mit der Bahn und dem Bus fahre ich zum Guggenheim zurück, um hier noch Bilder zu machen – leider mittlerweile schon zur schwarzen Stunde.

An der Bushaltestelle treffe ich eine New Yorkerin, mit der ich recht schnell ins Gespräch komme. Nach einem Plausch über öffentliche Verkehrsmittel in New York erzählt sie mir, dass sie aus der Kirche komme, von einem Trauergottesdienst. Unter bisher ungeklärten Umständen sei ein junger Mann zu Tode gekommen. Er habe freitags ein Wohnhaus betreten und sei am Montag tot im Hof aufgefunden worden – scheinbar habe er sich vom Dach gestürzt. Er sei eigentlich ein guter Student gewesen, ohne Probleme und mit einer netten Freundin. Sie ist eine Bekannte der Familie und fühlt sich völlig hilflos. Ich lasse sie reden und stelle ab und nur ein paar Fragen. Im Bus setzt sie sich dann noch neben mich, wechselt aber von sich aus das Thema.

An der Ecke Central Park / 5th steige ich aus und gehe die paar Schritte zum Hotel, wo Kati und ich uns wieder treffen. Wir gehen zu einem Thailänder ein paar Meter weiter zum Essen. Das Essen ist köstlich und auch nicht zu teuer.

Während des Essens überlegen wir, noch mal zum Weihnachtsbaum zu gehen, um ihn zu fotografieren – nachdem Kati ja gestern richtiges Pech hatte. Also gehen wir noch kurz zurück ins Hotel und holen die Stative.Wir bauen die Stative auf und machen noch ein paar Bilder.

Gegenüber des Rockefeller Center ist das Kaufhaus Saks 5th Avenue, das eine märchenhafte Beleuchtung und Musik hat. Klar ist das Ganze recht kitschig, aber auch irgendwie wieder schön.

Direkt nebenan an der Kreuzung ist ein Schornstein, den ich nun mal mit Stativ in Ruhe fotografiere – kritisch beäugt von ein paar Obdachlosen, die im Eingang zur Kirche ihr Nachtlager aufgeschlagen haben. Ich drücke ihnen ein paar Dollar in die Hand und dann geht es zurück ins Hotel für die Nacht.

Ich bin so müde, dass ich direkt ins Bett gehe. Dort fällt mir immer wieder das iPad aus der Hand, so dass ich direkt das Licht ausmache und schlafe.

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