01.01.2020 Ein Spaziergang zum Guggenheim Museum, Top of the Rock, ein Einkauf im m&m’s store und Abendessen im Hard Rock Café

Da ich heute zum Guggenheim Museum möchte, das erst um 10 Uhr öffnet, lasse ich mir Zeit. Daher stehe ich gegen 8 Uhr auf, mache mich in Ruhe fertig und frühstücke auf dem Zimmer. Dann schlender ich los in Richtung Norden. Zuerst besuche ich das Lincoln Center for the performing arts. Leider hat es dieses Mal nicht geklappt, hier eine Oper zu sehen. In den Genuss bin ich bisher zweimal gekommen, und es war beide Male wirklich unbeschreiblich toll. Selbst Frank, der ja nicht so auf Opern steht, fand es gut.

Ich wollte hier immer mal zur blauen Stunde hin, aber irgendwie klappt das nie. Dummerweise gibt es am Tag nur zweimal dieses tolle Licht, und am Abend hätte ich hier noch die Beleuchtung der Gebäude.

The Metropolitan Opera

Ich fotografiere hier ein wenig und rufe nebenbei meinen Vater an – der hat schon als Kind bei den Hausaufgaben gern Opern im Radio gehört, da er sich dabei am besten konzentrieren konnte. Er wäre jetzt auch gern real hier und würde sich umgucken, aber er freut sich auch sehr, virtuell mit mir hier zu sein.

Ich schlendere weiter und merke, dass es mich überhaupt gar nicht stört, allein unterwegs zu sein. Im Gegenteil, ich genieße es nun auch mal. Ich kann in meinem eigenen Tempo gehen und spontan entscheiden, wie lange ich wo bleibe und auch mal Pläne umwerfen. Somit kommt ein Solotrip durchaus in Betracht – obwohl Frank natürlich mein allerliebster Reisepartner ist. Wir verstehen uns halt blind.

Je weiter ich den Broadway hinauf wandere, um so mehr weitet sich das Stadtbild: die Häuser werden niedriger und die Straßen breiter, der Verkehr nimmt ab.

Ich nähere mich meinem zweiten Ziel für heute: dem letzten in New York erhaltenen Banksy. Wie schon auf der Tour gestern erklärt wurde, müssen die Werke von ihm hinter Plexiglas geschützt werden – weil sie sonst entweder geklaut würden oder überschmiert. ich finde beides total kindisch, aber so sind manche Leute halt. Es ist schon komisch, einen Banksy so integriert in das Stadtbild zu sehen. Aber genau das will er ja wohl.

Ich schaue mich hier nur ein wenig um und gehe dann Richtung Osten weiter.

Da ich um 10 Uhr im Museum sein möchte, nehme ich den Bus. Hier gibt es sogar USB – Stecker und WLAN. Nicht schlecht!

In Höhe des Metropolitan Museums steige ich aus – natürlich habe ich hierfür keine Zeit. Aber wieder ein Grund mehr, wiederzukommen!

Die Architektur des Guggenheim erstaunt mich jedes Mal aufs Neue. Das Spiel mit den Formen finde ich hier richtig gelungen und ich bin gespannt, wie es von innen aussieht.

Zuerst mal bin ich quasi erschlagen. WOW! Natürlich habe ich Fotos gesehen, aber die Realität toppt jedes Bild. Ich sammele erst mal meine Kinnlade wieder auf, ehe ich die Kamera nach oben richte und ein paar Bilder mache. Die Mitarbeiter beäugen mich kritisch und mir fällt ein, dass Freunde von uns hier mal rausgeworfen wurden, da sie keine Eintrittskarten hatten.

Also hole ich mir die Eintrittskarte bzw. tausche den Gutschein des NYC – Sightseeing – Passes an der Kasse um. Mir wird erklärt, dass ich den Rucksack nicht auf dem Rücken tragen darf, aber als Tasche. Da ich auf keinen Fall die Objektive im Rucksack an einer Garderobe lassen will, nehme ich ihn wie eine Handtasche (was ziemlich unbequem ist, aber zur Not mal geht).

Ich schraube mich mit der Rampe langsam nach oben. Die Kunstwerke kenne ich hier alle nicht. Das wundert mich schon ein wenig – ich bin jetzt nicht die große Kunstkennerin, schrecke aber auch vor ihr nicht zurück und gucke mir gern Vieles mal an. Also nehme ich die Architektur (und Bilder) in mich auf und erfreue mich an dem Jackson Pollock, den ich entdecke (und erkenne).

Die Querstrebe des Gebäudes beherbergt aktuell eine Fotoausstellung, und ich sehe sie mir an. Ok, so viel zum Thema „ich sehe mir Vieles an und finde immer einen interessanten Aspekt“ – es ist eine Ausstellung über Mapplethorpe.
Da ich mir komisch vorkäme, hier zu fotografieren, lasse ich es und verweise auf die verlinkte Website.
Am Ende der Rampe angekommen, schaue ich mir die Dachkonstruktion an – sie erinnert ein wenig an das Dach der Westfalenhalle, was „Spinne“ genannt wird.

Hier bleibe ich bestimmt 15 Minuten, ehe ich langsam wieder nach unten schlendere.

Ich probiere noch ein wenig mit diversen Fotoeinstellungen herum ehe ich das Museum wieder verlasse. Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen.

Vor dem Museum hole ich mir an einem Foodtruck noch eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken, ehe ich die 5th Avenue herunter schlendere in Richtung Rockefeller Center.

Der Eingang zur Synagoge

Kurz vor dem Eingang klingelt mein Handy – Kati fragt, wann ich denn da sein würde. Irgendwie habe beim Telefonieren den Eindruck, Stereo zu hören – was wohl daran liegt, dass sie fast neben mir steht. Wir legen auf und fahren auf hoch zur Aussichtsplattform.

Da wir die Tickets vorbestellt haben, können wir nicht spontan auf Wetteränderungen reagieren. Dafür sparen wir uns langes Anstehen.

Mir gefällt die Stimmung hier oben auf Anhieb, auch wenn es kalt ist und windig. Ich genieße es, wieder hier oben zu sein und mache ein paar Bilder.

Von hier aus sehen wir den Ball, der gestern Nacht gedropt ist.

Da der Wind hier ganz schön pfeift, gehen wir immer mal wieder rein, um uns aufzuwärmen. Leider sitzen hier ziemlich viele Leute echt lange auf den Bänken, so dass uns der Fußboden bleibt – bis ein Security – Mensch uns darum bittet, wieder aufzustehen. Also gehen wir wieder ein bisschen nach draußen.

Die untergehende Sonne wirft zwischen Horizont und Wolken einen schmalen Streifen roten Lichts auf die Gebäude.

Ich würde gern den Sonnenuntergang und die blaue Stunde hier oben abwarten, aber Kati friert so, dass sie gerne wieder hinunter möchte. Also verabschiede ich mich schweren Herzens von diesem tollen Anblick und fahre mit ihr wieder runter.
Wir gehen noch mal an den Weihnachtskugeln vorbei….

… und fotografieren dann mal in Ruhe einen der Schornsteine, die den Dampf der unterirdischen Heizungssysteme ablassen.

Danach gehen wir in den m&ms store, wo es wahnsinnig voll ist. SO habe ich das noch nie erlebt. Es ist ein unglaubliches Gedränge an den Spendern der einzelnen Sorten, und die Menschenmassen werden von Securityleuten halbwegs geleitet.

Ich kaufe diverse Sorten, die es bei uns nicht gibt und sehe eine Werbung im Laden, dass man recht einfach durch SMS an eine bestimmte Nummer einen 10% Gutschein bekommt. Das ist schnell erledigt, und „schon“ stehe ich an der Kasse. Wieder vor der Tür, bringen wir eben unsere Einkäufe und Stative zurück ins Hotel.

Da uns der Magen bis auf die Kniekehlen hängt, gehen wir endlich ins Hard Rock Café. Da ich im Dezember Geburtstag habe, habe ich einen Gutschein für eine kostenlose Hauptspeise – gültig allerdings nur im Dezember.

Da es sehr, sehr voll ist, müssen wir zwei Stunden lang warten. Aber gut, entweder warten wir hier so lange oder wir suchen uns was anderes und warten da eventuell genau so lange. Also beschließen wir gemeinsam, hier zu bleiben. Abwechselnd bleibt eine von uns bei den Sachen sitzen und die andere kauft ein wenig ein. Ich kaufe ein Shirt und Pulli für Frank und mir ein Shirt. Leider gibt es keine Biergläser mehr mit dem New – York Emblem. Die habe ich nämlich noch nicht.

Ich bestelle die Mac ’n cheese, die mir wie immer total gut schmecken.

Kati will noch ein wenig durch die Gegend ziehen, aber mich zieht es eher in Richtung Hotel. Also schlendere ich am Times Square entlang und sammele für meine Cousine ein paar Stücke des Silvester – Konfettis auf. Ihr größter Traum ist Silvester in New York am Times Square, und so kann sie zumindest schon mal das Konfetti werfen. Eigentlich wollte sie in diesem Jahr im Mai nach New York, aber das wurde leider gestrichen.

Am Times Square rennt ein komischer alter Kauz rum, der versucht allen Frauen auf den Po zu klapsen. Ich greife meine Tasche mit den Wertsachen fester und sehe zu, dass ich an ihm unbetatscht vorbeikomme – was mir auch gelingt.

Ich kaufe noch ein paar Kleinigkeiten im CVS ein und gehe ins Hotel zurück (Himmel, ist Zahnpasta hier teuer – Notiz an mich: immer direkt genug mitnehmen, neu kaufen lohnt hier gar nicht). Ich telefoniere lange und in Ruhe mit Frank, ehe Kati schäumend zurück ins Zimmer kommt. Sie ist erst am Empire State Building gewesen und danach wollte sie den Weihnachtsbaum fotografieren. Und gerade als alles passte und das Stativ perfekt stand, der Finger quasi schon auf dem Auslöser lag – ging die Beleuchtung aus. Sie erzählt dies dermaßen lebendig und ich kann es richtig nachfühlen. Als sie sich ein wenig beruhigt hat, schlafen wir ein.

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