
Nach einer ruhigen Nacht in unserem Hostel in Borgarnes starteten wir entspannt in den Tag. Die Unterkunft hatte uns wirklich gut gefallen: Wir hatten ein eigenes Zimmer mit Bad und WC und mussten uns die sanitären Anlagen nicht mit anderen Gästen teilen. Beim Frühstück waren wir erstaunlich früh unterwegs und hatten den gemütlichen Aufenthaltsraum fast für uns allein.
Bevor wir weiterfuhren, schauten wir uns noch ein wenig in Borgarnes um. Natürlich durfte die typische isländische Kirche nicht fehlen, ebenso wenig wie die Pferde, die uns immer wieder begeisterten. Besonders die robusten Islandpferde mit ihrem dichten Fell und ihrer ruhigen Art sind einfach ein unverzichtbarer Teil jeder Islandreise.


Anschließend ging es auf unsere erste Hochlandpiste. Wir folgten der Kaldadalsvegur (Straße 550), die heute offiziell keine F-Straße mehr ist und daher auch mit normalen Fahrzeugen befahren werden darf. Empfehlen würde ich das allerdings nur eingeschränkt. Ein Bekannter von uns blieb dort mit einem Reifenschaden liegen und hatte großes Glück, dass zufällig ein Abschleppunternehmer wegen eines anderen Fahrzeugs vor Ort war und helfen konnte. Ansonsten wäre die Bergung vermutlich sehr teuer geworden.




Die Landschaft entlang der Strecke ist karg und rau. Nur vereinzelt wächst etwas Gras zwischen den Steinen, während sich in der Ferne immer wieder Berge am Horizont abzeichnen. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – dieser scheinbaren Leere wirkt die Gegend unglaublich beeindruckend. Frank ließ mehrmals die Drohne steigen, um die Weite dieser Landschaft aus der Luft festzuhalten.






Kurz vor dem Ende der Strecke kamen wir an einer auffälligen, leuchtend orangefarbenen Schutzhütte vorbei. Sie ist speziell für Notfälle gedacht, wenn Reisende im Hochland von einem plötzlichen Schneesturm überrascht werden. Durch ihre kräftige Farbe ist sie selbst bei schlechten Sichtverhältnissen schon von weitem zu erkennen. Natürlich schauten wir uns auch im Inneren um. Dort gibt es Schlafplätze, Sitzgelegenheiten, einen Gaskocher, haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel sowie Anleitungen auf Isländisch und Englisch für den Notfall. Soweit wir erkennen konnten, besteht sogar die Möglichkeit, Hilfe anzufordern. Eine beeindruckende Einrichtung, die zeigt, wie ernst die Naturgewalten Islands genommen werden.





Nach der langen, aber landschaftlich wunderschönen Fahrt erreichten wir den Nationalpark Þingvellir. Dort kehrten wir zunächst im Restaurant Mika ein, das uns von Michael und Michaela empfohlen worden war. Das Essen war ausgezeichnet, und zum Nachtisch gönnten wir uns noch eine leckere Eisschokolade.



Da es noch lange hell war und wir noch nicht müde waren, fuhren wir anschließend weiter zum Gullfoss. Der berühmte Wasserfall stürzt in zwei gewaltigen Stufen in eine tiefe Schlucht. Besonders beeindruckend ist der Felskeil in der Mitte des Wasserfalls. Von vielen Aussichtspunkten aus kann man kaum erkennen, wohin die gewaltigen Wassermassen letztlich verschwinden. Direkt am Wasserfall befindet sich ein modernes Besucherzentrum mit vielen interessanten Informationen und einem Souvenirshop, dessen Angebot oft deutlich authentischer wirkt als die typischen Touristenläden in den Städten.

Hier entdeckten wir auch Werbung mit Rúrik Gíslason, den viele in Deutschland noch aus „Let’s Dance“ kennen. Ich mache ein Foto für meine Mutter, die guckt das immer.


Nur wenige Kilometer weiter erreichten wir schließlich das berühmte Geothermalgebiet rund um den Großen Geysir und Strokkur. Der Große Geysir ist der Namensgeber aller Geysire weltweit. Überall warnen Schilder davor, die Wege zu verlassen oder den heißen Quellen zu nahe zu kommen, denn das Wasser erreicht Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius.
Der Große Geysir selbst ist heute allerdings meist ruhig. Im Laufe seiner Geschichte gab es immer wieder Phasen, in denen er regelmäßig ausbrach, doch derzeit schlummert er überwiegend. Dafür sorgt sein Nachbar Strokkur zuverlässig für spektakuläre Vorführungen. Alle paar Minuten schießt eine gewaltige Wasserfontäne in die Höhe. Wir blieben eine ganze Weile dort, beobachteten mehrere Ausbrüche und machten unzählige Fotos.









