03.03.2019 Archäologisches Nationalmuseum, Cimitero delle Fontanelle, Castel Sant’Elmo und ein abendlicher Blick über die Stadt

Da heute der erste Sonntag im Monat ist, wollen wir das archäologische Nationalmuseum besuchen. Am ersten Sonntag im Monat ist – zumindest noch 2019 – der Eintritt in alle Museen Italiens kostenfrei. Wir machen uns auf den Weg durch die Stadt. Man merkt schon, dass Neapel eher zum ärmeren Süden Italiens gehört. An vielen Häusern blättert der Putz ab, die Verkabelung ist zum Teil abenteuerlich.

Obwohl der Eintritt frei ist, müssen wir durch die Kasse und Eintrittskarten lösen. Das Museum ist von innen sehr beeindruckend.

Viele der Exponate kenne ich aus dem Geschichtsbuch. Diese Statuen nun live zu sehen ist aber absolut beeindruckend. Denn nach den Ideen dieser Bildhauer habe ich mir Atlas, Zeus und Co. immer vorgestellt.

Das Mosaik, das die Schlacht zwischen Alexander dem Großen und dem Perserkönig Dareios III. zeigt, stammt aus Pompeji und war auch in meinem Geschichtsbuch abgebildet. Es ist faszinierend, wie detailreich es ist. Wahnsinn, wenn man sich vorstellt, dass es aus über 1,5 Millionen Steinchen besteht.

Wir bewundern noch viele andere Ausstellungsstücke, aber schaffen es natürlich nicht, das gesamte Museum anzusehen.

Nachdem wir aus dem Museum kommen, laufen wir weiter zu unserem nächsten Ziel: Dem Cimitero delle Fontanelle. Hier wurden im 16. Jahrhundert während der Pest Menschen beerdigt, da der Platz in den Kirchen – wo sonst die Toten beerdigt wurden – knapp war. Während nachfolgender Katastrophen (Vulkanausbrüche, Kriege, Volksaufstände) wurden immer weiter viele Tote hier bestattet. In neuerer Zeit kamen viele Neapolitaner hierher, um zu beten. Manche suchten sich einen bestimmten Totenschädel aus und brachten ihm Schmuckstücke oder Briefe, um diesen um Hilfe in schwierigen Situationen zu bitten.
Da Gelände ist riesengroß und es sind unvorstellbar viele Schädel gestapelt.

Wir setzen uns gegenüber des Cimitero in ein Café und trinken was. Dann werden wir wieder von Alexander eingesammelt, der uns ein paar Highlights zeigen möchte.
Wir fahren zum Castel’Sant Elmo und genießen von oben den Blick über die Stadt.

Anschließend lassen wir uns zum Strand kutschieren, wo wahnsinnig viele Leute unterwegs sind – es ist schließlich Ostersonntag, und da ist ein großer Teil der Uferpromenade gesperrt. Es gibt viele Fressbuden, Losstände und allerlei Nippes zu kaufen. Da uns das alles zu viel ist, machen wir nur schnell ein, zwei Bilder und suchen dann gemeinsam mit Alexander den Blick auf Neapel, den wir am ersten Abend gesehen haben.

Nach mehreren Fehlversuchen landen wir an einem Aussichtspunkt, an dem wir zumindest ein ähnliches Foto machen können. Zudem haben wir auch noch Glück, denn der Himmel ist wolkenlos und wird wunderschön blau.

Alexander empfiehlt zum Abendessen eine Weinbar in der Stadt. Wir sollen dort ein 3 – Gang Menue (oder wahlweise 5 Gänge) mit jeweils passenden Weinen bekommen. Wir entscheiden uns fast alle für 3 Weine und 3 Gänge, nur Lars wählt 5 Gänge. Vor dem Lokal frage ich Alexander, ob ich mein Stativ bis zum nächsten Tag bei ihm im Auto lassen kann, aber er sagt dass das nicht ginge, da sein Auto draußen stehen würde die kommende Nacht und er Angst habe, dass es wegen des Stativs aufgebrochen werden könne.
Das Lokal selber scheint auf den ersten Blick eine gute Wahl zu sein. Wir bekommen die Weine genau erklärt und Wasser dazu. Die Vorspeise schmeckt gut, und der Wein ist – na ja außergewöhnlich.
Da die Vorspeise nicht sehr üppig ist, essen wir recht viel Brot und ordern ordentlich davon nach. Das Hauptgericht ist zwar recht lecker, aber auch nicht gerade sättigend, der Wein dazu mag ausgefallen sein, schmeckt aber trotzdem nicht. Neidisch schauen wir Lars zu, der seinen 3. Gang bekommt – aber auch hier ist die Portion eher ein Witz. So verhält es sich dann auch mit der Nachspeise und dem Dessertwein, Lars bekommt noch ein bisschen Käse.
Hungrig verlassen wir das Lokal und gehen noch ein Eis essen, damit wir ein bisschen mehr im Bauch haben.
Nach dem üblichen Absacker kuscheln wir uns in die Betten.

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