15.07.2021 Stuðlagil Canyon, Möðrudalur und der Goðafoss

Der Tag beginnt mit einem dieser Momente, für die man Island liebt: strahlend blauer Himmel, klare Luft und absolute Ruhe. Während wir das Auto vor unserer Hütte beladen, machen wir ein Panorama – es zeigt eindrucksvoll, wie einsam diese Hütten eigentlich liegen. Genug Abstand zu den Nachbarn, weiter Blick über die isländische Landschaft und trotzdem alles gut erreichbar. Ein perfekter Start in den Tag.

Unser erstes Ziel ist der Stuðlagil Canyon. Die Fahrt zieht sich ein wenig, wie so oft in Island, aber die Landschaft macht das mehr als wett. Vor Ort gibt es mehrere Parkplätze – der nahe gelegene ist natürlich schon voll. Also fahren wir ein gutes Stück zurück, parken dort und machen uns zu Fuß auf den Weg. Rund 45 Minuten laufen wir, größtenteils über große Steinbrocken. Darunter sind Netze gespannt, damit die Steine nicht einsinken. Das Laufen ist dadurch ziemlich anstrengend und unsicher, aber es dient dem Schutz der Natur. Leider halten sich nicht alle daran: Viele laufen neben dem Weg und trampeln das extrem empfindliche Moos platt, das hier Jahrhunderte braucht, um nachzuwachsen.

Der erste Blick in den Canyon ist dann einfach nur überwältigend. Wir kommen von der unteren Seite, was bedeutet, dass wir zwar mehr laufen müssen, dafür aber direkt an den Canyon und ans Wasser gelangen. Auf der anderen Seite kann man näher parken und steht schnell auf einer Aussichtsplattform – allerdings hoch über dem Wasser. Um von einer Seite zur anderen zu wechseln, müsste man wieder ein ganzes Stück mit dem Auto fahren. Wir sind froh, dass wir uns für die südliche, längere Variante entschieden haben.

Die Basaltsäulen sind hier wirklich beeindruckend: unterschiedlich geformt, dicht an dicht und ein eindrucksvoller Hinweis auf Islands vulkanische Vergangenheit. Lavaflüsse, Abkühlung, Spannungen – all das hat diese fast geometrisch wirkenden Strukturen geschaffen. Der Canyon selbst ist als Ausflugsziel noch gar nicht so lange bekannt. Erst durch Veränderungen an einem Stausee wurde er in dieser Form sichtbar. Der Fluss ist auch nicht immer so intensiv grün – heute haben wir Glück.

Wir packen die Drohne aus, Frank fliegt ein wenig, und so entstehen einige tolle Aufnahmen aus der Luft – und sogar ein gemeinsames Porträt von uns, auch wenn ich darauf nicht ganz so glücklich schaue. Es ist ziemlich voll hier, aber trotzdem bleibt dieser Ort etwas ganz Besonderes.

Weiter geht es nach Möðrudalur, einem abgelegenen Bauernhof, der ohnehin auf unserem Weg liegt. Ich hatte vorher gelesen, dass er besonders malerisch sein soll – und das stimmt absolut. Ursprüngliche Gebäude, Torfhäuser, eine kleine Kirche, dazu Hunde, die gemütlich über den Hof streifen. Wir lassen uns Zeit, schauen uns alles in Ruhe an und probieren den typisch isländischen Hochzeitskuchen, der uns überraschend gut schmeckt.

Am Nachmittag erreichen wir unsere nächste Unterkunft. Ein schönes Doppelzimmer mit eigenem Bad im Erdgeschoss, direktem Zugang zur Gemeinschaftsterrasse – sehr angenehm. Am Rand des Geländes sehen wir Holzplanken, darunter versteckt sich ein Hotpot, den wir in den nächsten Tagen definitiv noch nutzen werden.

Da noch genug Zeit übrig ist, fahren wir spontan weiter zum Goðafoss. Das Visitor Center und der Shop haben zwar schon geschlossen, aber wir kommen trotzdem problemlos an den Wasserfall, können noch die Toiletten nutzen und stehen dann vor diesem gewaltigen Naturschauspiel. Das Wasser stürzt breit und kraftvoll in die Tiefe – absolut beeindruckend und ein würdiger Abschluss für diesen Tag.

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