27.12.2021 Noch ein bisschen shoppen, Aliens, endlich Rhyolite und Ankunft im Death Valley

Wir werden wieder relativ früh wach, noch brauchen wir dazu auch keinen Wecker. Ich fühle mich recht ausgeruht und fir für den Tag – der Roadtrip kann beginnen! Wir genießen noch mal den Blick vom Balkon, packen aber nebenbei unsere Sachen zusammen.

Bevor es aber zur nächsten Station geht, wollen wir frühstücken und noch ein bisschen einkaufen. Ich tippe also den nächstgelegenen Walmart ins NAvi ein und fahre los. Aus dem Augenwinkel sehe ich ein Denny‘s, wechsle die Spur und biege auf den Parkplatz, Zum Glück sind auch hier die Parklücken recht großzügig, so dass ich das Schiff ohne weitere Probleme einparken kann. Es ist angenehm warm, als wir die paar Meter zum Eingang gehen. WIr stöbern durch die Speisekarte und entscheiden uns für ein Pancake – Frühstück, bestehend aus 3 Pancakes mit Frosting, Sahne und Banane, dazu dann Rührei, Hash Browns und die bekannten Bacon – Strips.

Dazu gibt es Kaffee mit Vanillemilch, der natürlich regelmäßig nachgefüllt wird. Wir genießen den zweiten Urlaubstag, das gute Wetter und das leckere Frühstück.
Bevor wir uns wieder ins Auto setzen (natürlich nach dem Bezahlen) sehe ich auf der Toilette diese abenteuerliche Wandkonstruktion:

Nach ein paar Minuten erreichen wir den WalMart und kaufen ein paar Dinge für die kommenden Tage ein, da wir die nächsten Tage kein Frühstück haben werden.

Wir packen auch diese Sachen hinter die Rückbank und fahren los. Es geht erst mal wieder in Richtung Red Rock Canyon und an diesem vorbei. Wir überlegen unterwegs, ob wir eventuell an diesem oder einem der folgenden Abende noch mal das Death Valley verassen um in einem der unliegenden Orte was zu essen – aber als wir durchfahren beschließen wir, dass sich das definitiv nicht lohnt. Denn “Ort“ kann man dazu eigentlich nicht sagen, “verschlafenes Nest“ trifft es eher.

Aber bevor es ins Death Valley geht, mchten wir einen Ort besuchen, an dem wir noch nie waren: die Ghosttown Rhyolite.
Auf dem Weg dorthin sehe ich plötzlich auf der rechten Seite ein Schild, das auf das Area 51 Café hinweist – cool, ich hätte nicht gedacht, dass das hier ist.
Also nutzen wir die Gelegenheit, ich tanke noch mal voll und dann gehen wir in den Souvenirshop. Meine Mutter versteht gar nicht, was mich so fasziniert, bzw. was das alles mit den Aliens und der Area 51 überhaupt soll. Echt jetzt? Ich versuche es ihr zu erklären, und sie weiß nun, warum hier Plastik – Außerirdische herumstehen. Nach einem Foto mit Chuck und Larry kaufe ich nich ein T – Shirt für mich, eine Kappe für Frank und einen Flaschenöfner in Alienform für uns beide. Fast 100 Dollar ärmer geht es dann weiter nach Rhyolite.

Vorher kommen noch durch Beatty – aber so schnell wie es auftaucht ist es auch schon wieder vorbei, denn groß ist auch Beatty nicht. Wir sehen ein paar Restaurants und Bars, ehe es in die Stichstraße zur Ghosttown geht. Hier sehen wir die berühmten “Geister“, das Museum hat so spät am Tag bereits geschlossen. Wir sehen uns erst im Bereich der Kunstinstallationen um.

Die Geister sollen das Gemälde „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci dreidimensional darstellen, bei den anderen Objekten bin ich mir nicht unbedingt ganz so sicher.

Das Bild erinnert mich an….. na ihr könnt es euch bestimmt denken 😀

Das Museum und ein Radfahrer – insgesamt finde ich die “Geister“ interessant.

Nachdem wir uns im vorderen Bereich des Ortes umgesehen haben, setzen wir uns ins Auto und fahren die paar Meter zu den verlassene, verfallenen Häusern und natürlich dem Bottle House, das aus Mangel an anderen dämmenden Baustoffen entstand.

Am Ende des Ortes gibt es einen alten Bahnhof, der zu Hochzeiten des Ortes zum Transport der hier geförderten Rohstoffe diente. Allerdings steht hier heute nur noch ein alter Waggon.

Wir schauen uns noch mal im vorderen Bereich um und spüren, wie schnell doch sowohl der Aufschwung als auch der Niedergang eines Ortes passieren kann und wie relativ spurlos eine Stadt, der es ja relativ gut ging, auch wieder verfällt. Das macht schon auch demütig.

Kurz bevor es dunkel wird, machen wir uns nun auf den Weg ins Death Valley.

Die Straße ist in Richtung Nationalpark ziemlich leer, aber im Park kommt uns eine richtge Lichterprozession entgegen. Es ist ein Wahnsinn, wie viele Tagesausflügler hier unterwegs waren und nun rausfahren. Unterwegs sehen wir, dass der Nachthimmel hier unglaublich sternklar ist, wie eine dunkle Decke mit vielen, vielen funkelden Lichtern sieht er aus.
Als wir an der Ranch at Death Valley ankommen, ist es mittlerweile komplett dunkel geworden. Wir parken das Auto in der Nähe der Rezeption und gehen zum Einchecken.

Vor uns stehen nur drei andere Gäste. Die wollen aber gar nicht unbedingt einchecken, sondern sich beschweren. Gast Nummer Eins, der eine Jogginghose trägt und barfuß in Schlappen ist, erzählt, dass er duschen wollte und nur kaltes Wasser aus der Leitung kam, obwohl er 10 Minuten das Wasser laufen ließ. Ihm wird versprochen, dass direkt ein Techniker gucken kommt. Die nächsten Gäste haben ein kleines Kind bei sich und beschweren sich bitterlich, dass ihnen seit Stunden ein Zimmer versprochen würde, aber keins fertig wird. Das Kind gehöre seit 18 Uhr ins Bett, normale Check In Zeit ist um 17 Uhr und sie warten bereits seit 90 Minuten. Sie werden noch einmal vertröstet und es wird auf den allgemeinen Personalmangel hingewiesen, der sich halt auch auf Furnace Creek erstrecke. Die Gäste direkt vor uns beschweren sich darüber, dass ihr Zimmer in einem völlig unmöglichen, verdreckten Zustand sei, in dem sie definitiv nicht eine Minute länger bleiben wollen. Auch unser Zimmer ist noch nicht fertig und wir sollen noch warten. Wir befürchten dass der Aufenthalt hier noch interessant werden kann, was die Zimmerqualität angeht, aber haben erst mal natürlich keine andere Wahl als in den Shop zu gehen. Hier gibt es eine Mikrowelle, und wir wärmen die Mac’n Cheese aus dem Hard Rock Cafe vom Vortag auf.

Nachdem wir die auf der Bank vor dem Shop gegessen haben, stöbern wir noch ein bisschen durch die verschiedenen Auslagen. Dabei fällt uns auf, dass sich die Auswahl in den letzten Jahren nicht wirklich grundlegend verändert hat, aber das ist ja auch ok so. Allerdings haben wir bereits quasi alles, was uns interessiert, so dass wir ganz ohne Kaufdruck gucken können. Übel sieht dagegen die Obst- und Gemüseabteilung aus, denn die paar frischen Stücke die sie haben, sind angeditscht und sehen absolut nicht mehr appetitlich aus. Der Bereich rund um die Mikrowelle ist auch verschmutzt – alles weitere Anzeichen des Personalmangels.
Als wir wieder in die Rezeption kommen, bekommen wir Schlüsselkarten und fahren zu ”unserem” Gebäude. Natürlich inspizieren wir das Zimmer, zum Glück ist aber alles so weit in Ordnung und das heiße Wasser läuft auch.

Wir haben schon die ganze Zeit den wunderschönen Sternenhimmel bewundert, und da es erst 20 Uhr ist, beschließen wir, noch einmal loszufahren, um ein paar Fotos zu machen. Also – ich möchte es und meine Mutter ist einverstanden. Wir fahren die paar Meter bis zu den ehemaligen Borax – Werken, und ich baue mein Stativ vor dem Zug auf. Ich kann weder weiter weg gehen, noch an der Festbrennweite weiter rauszoomen, so dass mir der Bildausschnitt nicht so richtig gefällt. Aber egal, die Bilder sind dennoch ok, wir waren noch mal raus und der Himmel ist umwerfend.

Die Bilder wirken hier dunkler und ”sternärmer” als auf meinem Bildschirm. Allerdings muss ich zugeben, dass ich ruhig hätte länger belichten oder in den ISO hätte höher gehen können. Trotzdem bin ich mit meiner Ausbeute zufrieden. Zurück auf dem Zimmer packen wir unsere Koffer ein wenig aus, lesen noch ein bisschen und gehen dann schlafen.

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