28.07. 2021 Der Süden vom Westen – Snæfellsnes

Am Morgen machen wir uns direkt auf den Weg zu der wohl bekanntesten Fotolocation der Halbinsel: dem Kirkjufell mit dem davorliegenden Kirkjufellfoss.

Vom Parkplatz aus laufen wir zunächst oberhalb des Wasserfalls entlang, verschaffen uns einen Überblick und suchen dann gezielt den Spot für das klassische Foto. Stative werden aufgebaut, Einstellungen ausprobiert und immer wieder angepasst. Wir nehmen uns bewusst Zeit, um mit Langzeitbelichtung zu arbeiten, damit das Wasser weich verläuft und die Szene diese ruhige, fast schon gemalte Wirkung bekommt.

Dabei fotografieren wir nicht nur den Wasserfall selbst, sondern natürlich auch den markanten Berg im Hintergrund, der mit seiner fast perfekten Form sofort ins Auge fällt.

Erst vor Ort merkt man, wie breit der Wasserfall tatsächlich ist. Mehrere Arme stürzen in verschiedenen Stufen nach unten und machen das Ganze deutlich komplexer, als man es von Fotos kennt. Wir bleiben lange, probieren viel aus und genießen einfach diesen Moment.

Anschließend fahren wir weiter in den nächsten Ort – vermutlich Grundarfjörður, vielleicht aber auch Ólafsvík. So ganz sicher sind wir uns im Nachhinein nicht mehr.

Wir schauen uns ein wenig im Ort um, laufen am Hafen entlang, wo ein paar Boote liegen, und kommen an kleinen Tankstellen vorbei. Typisch Island: alles wirkt ruhig, überschaubar und gleichzeitig irgendwie liebevoll gemacht. Natürlich gibt es auch hier wieder die obligatorischen Läden mit den bekannten Island-Pullovern.

Ein Stück oberhalb des Ortes gehen wir noch ein wenig in die Höhe. Von dort haben wir einen schönen Blick zurück auf die bunten Häuser, den Hafen und auch noch einmal auf den Kirkjufell in der Ferne. Unten entdecken wir sogar kleine Elfenhäuser mit winzigen Vorgärten – irgendwie ist das ja schon widersprüchlich: die modernen Isländer, die für mich Wikingernachfahren sind – aber in jeden Vorgarten ein Elfenhaus setzen.

Von hier aus geht es über den Snæfellsvegur, die Straße 54, über den Pass in Richtung Süden der Halbinsel bis zur schwarzen Kirche von Búðir.

Wir haben Glück mit dem Wetter: Immer wieder brechen Sonnenstrahlen durch die Wolken und setzen die kleine Kirche im Lavafeld richtig schön in Szene. Wir laufen ein paar Schritte hin und her, suchen verschiedene Perspektiven und lassen uns Zeit, die Stimmung einzufangen.

Frank lässt an dieser Stelle auch die Drohne steigen, wodurch sich noch einmal ganz andere Blickwinkel ergeben.

Weiter geht es nach Hellnar direkt an die Küste. Die Landschaft verändert sich hier wieder komplett: zerklüftete Felsen, aufgeschichtete Basaltformationen und überall dieses weiche Moos, das sich wie ein Teppich über die Lava legt.

Wir starten den Küstenweg in Richtung Arnarstapi und genießen die Strecke wirklich sehr. Immer wieder bleiben wir stehen, schauen aufs Meer hinaus oder auf die bizarren Felsformationen.

Was allerdings auffällt: Überall stehen Schilder, dass man das Moos nicht betreten darf – und trotzdem halten sich nicht alle daran. Das ärgert mich jedes Mal ein bisschen, weil man weiß, wie lange es dauert, bis sich das überhaupt wieder erholt.

In Arnarstapi angekommen schauen wir uns die steil aufragenden Basaltsäulen direkt am Wasser an. Die Felsen wirken fast wie künstlich gestapelt und stehen teilweise nahezu senkrecht.

Hier steht auch die bekannte Statue, die über den kleinen Hafen zu wachen scheint.

In der Nähe besuchen wir noch die Höhle Sönghellir. Innen ist es ruhig, fast schon unwirklich, und wir nutzen die Gelegenheit, noch einen Cache zu suchen. Gleichzeitig bekommt man hier noch einmal eine ganz andere Perspektive auf die Landschaft.

Am Ende des Tages fahren wir über den Pass zurück, suchen uns etwas zu essen und fallen schließlich ziemlich erledigt ins Bett. Ein Tag voller Eindrücke, Motive und genau der Mischung aus Natur und Ruhe, die Island für uns so besonders macht.

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