
Am Morgen ist das Wetter noch etwas wolkenverhangen, als wir aufbrechen und zunächst zum Wrack der BA64 fahren. Das alte Schiff liegt hier schon seit vielen Jahren und gehört wohl zu den ältesten Wracks Islands. Wir laufen einmal rundherum, fotografieren es aus verschiedenen Perspektiven und versuchen, die etwas melancholische Stimmung einzufangen, die solche Orte immer mit sich bringen.






Danach machen wir uns weiter auf den Weg zu einem kleinen Künstlerdorf, das wir uns vorgenommen haben. Wie auf Island üblich, sieht die Strecke viel kürzer aus auf der Karte, als sie tatsächlich ist.



Unterwegs kommen wir durch ein paar winzige Orte und halten kurz beim Seemonstermuseum an. Eigentlich nur für eine kurze Pause – Toilette, einmal die Beine vertreten und vermutlich trinken wir auch noch einen Kaffee.


Wie so oft auf Island lassen wir uns unterwegs treiben. Immer wieder halten wir an, steigen aus, schauen uns die Landschaft an und fotografieren. Irgendwo gibt es schließlich doch wieder etwas zu entdecken.









Schließlich erreichen wir den kleinen Hof eines Bauern, der zugleich Künstler war. Seine Werke gehören zur eher naiven Kunst, und genau das macht den Ort so besonders. Draußen stehen verschiedene Skulpturen, darunter sogar eine Nachbildung des berühmten Löwenbrunnens der Alhambra – allerdings in seiner ganz eigenen Interpretation. Wir laufen über das Gelände, schauen uns drinnen und draußen um und bewundern die vielen Arbeiten, die hier entstanden sind. Wenn ich mich richtig erinnere, essen wir dort auch noch eine Waffel, bevor wir wieder aufbrechen. Samúel Jónsson (1884–1969) war ein isländischer Bauer, der erst im Ruhestand begann, sich intensiv der Kunst zu widmen. Ohne akademische Ausbildung schuf er in seinem abgelegenen Tal Selárdalur zahlreiche Skulpturen und Gebäude aus Beton. Seine Werke gehören zur sogenannten naiven oder autodidaktischen Kunst. Besonders bekannt ist seine Interpretation des Löwenbrunnens der Alhambra, die er in stark vereinfachter Form nachbaute. Heute gilt sein Hof als ungewöhnliches Freilichtmuseum und als eines der skurrilsten Kunstziele der Westfjorde.











Ganz langsam und entspannt fahren wir anschließend weiter. Wieder lassen wir uns treiben, halten hier und da an, steigen aus, fotografieren und genießen einfach die Landschaft der Westfjorde.






Am Abend erreichen wir schließlich Látrabjarg, die berühmten Vogelfelsen. Wir haben Glück: Die Sonne kommt noch einmal durch die Wolken und taucht die Klippen in ein schönes Abendlicht. So haben wir die perfekte Gelegenheit, Papageitaucher und Tordalken zu fotografieren.
Immer wieder staunen wir darüber, wie unglaublich steil diese Felsen sind. Früher sind die Isländer hier tatsächlich hinuntergeklettert, um Vogeleier zu sammeln und zu essen. Wenn man heute dort oben steht, kann man sich kaum vorstellen, wie gefährlich das gewesen sein muss – und tatsächlich sind dabei auch viele Menschen ums Leben gekommen. Zum Glück wird das heute kaum noch gemacht.













Auch die Küken der Küstenseeschwalben (Kría) sehen wir wieder. Einige sitzen noch auf dem Boden und können noch nicht richtig fliegen. Kein Wunder also, dass die Altvögel uns gegenüber so aggressiv reagieren – sie verteidigen ihre Jungen mit allem, was sie haben.


Kurz bevor wir schließlich unsere Unterkunft erreichen, entdecken wir noch einen wunderschönen Regenbogen, der sich über die Landschaft spannt. Natürlich halten wir noch einmal an und zücken die Kameras – ein perfekter Abschluss für diesen Tag.






