Der Morgen startet trüb und grau – perfektes Wetter für ein ganz entspanntes Frühstück in unserer Unterkunft. Ohne Eile packen wir zusammen und machen uns auf den Weg Richtung Húsavík. Die Fahrt dauert gut anderthalb Stunden und führt durch diese typisch weiten, ruhigen Landschaften, die Island so besonders machen.

In Húsavík, der oft als Walhauptstadt des Nordens bezeichnet wird, schlendern wir zuerst am Hafen entlang und durch das kleine Städtchen. Whale Watching steht kurz zur Debatte – wir haben das auf dieser Reise ja bereits gemacht und sogar Glück gehabt. Das Wetter ist heute allerdings eher durchwachsen, das Wasser sichtbar unruhig, und da ich zur Seekrankheit neige, entscheiden wir uns vernünftigerweise dagegen. Stattdessen genießen wir Húsavík ganz in Ruhe: die hübsche Kirche, ein paar Kunstwerke davor und das angenehme, unaufgeregte Flair dieses Ortes.




Danach geht es weiter nach Akureyri, wo wir bereits zuvor waren. Trotzdem lohnt sich der Stopp erneut. Wir steigen die lange Treppe hinauf zur markanten Akureyrarkirkja am oberen Ende und lassen den Blick über die Stadt schweifen. Anschließend bummeln wir durch die Fußgängerzone. Akureyri mag zwar als „Hauptstadt des Nordens“ gelten, ist aber selbst für deutsche Verhältnisse eher kleinstädtisch – Reykjavik ist da eine ganz andere Liga. Genau das macht den Charme aus: liebevoll bepflanzte Ecken, kurze Wege und diese berühmten Ampeln, bei denen im roten Licht kleine Herzchen leuchten.





Unser nächstes Ziel ist ein echtes Kontrastprogramm: das Geothermalgebiet Hverir am Námafjall (auch als Hverarönd bekannt). Hier qualmt, zischt und stinkt es ordentlich nach Schwefel – Island in Reinform. Neben den dampfenden Fumarolen gibt es einen wunderschönen Rundwanderweg. Der beginnt direkt mit einem recht steilen Anstieg, bei dem wir auf dem sandigen Untergrund ein paar Mal leicht zurückrutschen. Oben angekommen werden wir mit einem großartigen Blick über das gesamte Thermalgebiet belohnt. Besonders faszinierend sind die Farben: Stellenweise wechseln sie abrupt von Pink und Lila zu Orange und kräftigem Rot. Überraschend entdecken wir sogar kleine Pflänzchen – richtige Blumenbüschel –, die sich hier irgendwie behaupten.










Ganz in der Nähe schauen wir uns noch Grjótagjá an. Die Lavahöhle ist vor allem durch Game of Thrones bekannt: Hier wurde die Liebesszene zwischen Jon Snow und Ygritte gedreht. Einen Wasserfall gibt es dort allerdings nicht – der wurde für die Serie künstlich ergänzt. Trotzdem ist die Höhle mit dem warmen, türkis schimmernden Wasser unglaublich stimmungsvoll.


Zum Abendessen kehren wir in einem kleinen Restaurantdem Parkplatz zu Dimmuborgir ein, wo es Suppe mit Brot gibt – genau das Richtige nach diesem Tag. Bis in unsere Unterkunft hätten wir es vor Hunger nicht geschafft. Außerdem finden noch ein paar kleine Mitbringsel ihren Weg in unsere Taschen


Später lassen wir den Abend entspannt im Hotpot an der Unterkunft ausklingen. Und obwohl es bereits spät ist, steht die Sonne immer noch erstaunlich hoch – ein weiteres dieser isländischen Sommermomente, die man so schnell nicht vergisst.

